Gruselkabinett „London Bridge Experience & Tombs“: ein mörderischer Spaß

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Lust auf eine spannende Horror-Attraktion in London? Wer sich einmal richtig gruseln lassen möchte, sollte nicht das Gruselkabinett The London Bridge Experience & Tombs verpassen. Aber aufgepasst: Der Rundgang durch die blutige Geschichte der London Bridge und die makabre Gruft unter den Straßen von London ist gefährlich und nicht jeder Tourist kommt heil wieder zu Hause an. Was euch bei der The London Bridge Experience & Tombs erwartet, was ihr beachten müsst und wie ihr lebend wieder rauskommt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was ist die London Bridge Experience & Tombs?

Bei der London Bridge Experience & Tombs handelt es sich um eine Art Gruselkabinett bzw. Horror-Attraktion. Im englischsprachigen Raum werden diese Art von Attraktionen mit dem Begriff „Haunted House“ beschrieben, den man mit „Haus, in dem es spukt“ bzw. „Geisterhaus“ übersetzen könnte.

Die meisten „Haunted House“-Attraktionen funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Man geht einen vorgeschriebenen Weg ab, der durch eine Horror-Landschaft führt und wird dabei von gruselig verkleideten Schauspielern erschreckt. Je nach Haunted House, spielen euch die Schauspieler auch kleine Szenen vor.

Haunted House-Attraktionen werden immer beliebter und lösen peu à peu die klassischen, eher „statischen“ Geisterbahnen ab, die heutzutage niemanden mehr erschrecken. Oftmals sind Haunted Houses auch deutlich teurer als normale Geisterbahnen, da Schauspieler zum Einsatz kommen und die Konzeption der Attraktion meistens sehr aufwendig ist.

Erfahrungsbericht (ohne Spoiler): Rundgang durch das Gruselkabinett

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

In The London Bridge Experience & Tombs geht es nicht um spukende Geister, sondern um die gruselige Story der London Bridge, einer Londoner Brücke, auf der jahrelang die Köpfe hingerichteter Personen zur Schau gestellt worden. Wie der Name es bereits verrät, ist die Attraktion in zwei Abschnitte unterteilt:

  • Die London Bridge Experience
  • Die London Tombs

Ich stelle euch beide Teile der Attraktion hier kurz vor, jedoch ohne euch etwas zu verraten. Denn der Überraschungseffekt spielt bei diesen Attraktionen immer eine wichtige Rolle 🙂

Die London Bridge Experience

Nachdem ihr euer Online-Ticket eingelöst habt, geht es in den Eingangsbereich, wo ihr ein wenig auf den Beginn eurer Tour warten müsst. Dabei wird euch ein kurzes Video über die London Bridge gezeigt.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Alle 5 Minuten werden Gruppen von etwa 8 Personen reingelassen. Seid ihr an der Reihe, geht es durch einen furchteinflößenden Eingang in das Innere der Attraktion. Dort werdet ihr von einem ersten Schauspieler erwartet… Was dann passiert, verrate ich euch nicht!

Nur so viel: Der erste Teil ist recht schräg und lustig und erinnert ein wenig an den London Dungeon (wobei mir die London Bridge Experience besser gefallen hat). Der Grusel- und Angstfaktor hält sich hier noch in Grenzen. Es handelt sich eher um den „pädagogischen“ Teil der Attraktion, da sich alles um die Geschichte der Stadt und der London Bridge geht.

„Voted UK’s most scary attraction“: Und das zu recht!

Man erfährt zum Beispiel, dass man die Köpfe der hingerichteten Personen nicht direkt zur Schau gestellt wurde und erst einmal bearbeitet wurden. Man hat sie zum Beispiel kurz in kochendes Wasser eingetaucht, um die Blutung zu stoppen. Allerdings auch nicht zu lange, da sonst die Agen geschmolzen wären und die Haut sich gelöst hätte, und das wollte man ja schließlich nicht. Danach hat man die Augenlider zugenäht, um zu verhindern, dass die Augen von Vögeln ausgepickt wurden. Letztendlich wurde der Hals dann noch einmal kurz in heißen Teer „getunkt“. Die Wunde wurde also quasi noch einmal verbrannt, um zu verhindern, dass das Fleisch zu schnell verwest. Irgendwie logisch.

Diese Art von Geschichten werden bei der London Bridge Experience erzählt – nichts für schwache Nerven. Nach diesem ersten Teil der Attraktion geht es dann weiter in die London Tombs…

Die London Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Jetzt wird es wirklich ernst. Bevor ihr diesen Bereich betreten dürft, wird euch noch einmal ein Video mit diversen Sicherheitshinweisen und Gesundheitshinweisen gezeigt. Ein Schauspieler fragt euch auch noch einmal, ob alle das Video verstanden haben und ob jemand aussteigen möchten. Hier kann sich ggf. noch verabschieden… Danach gibt es kein Weg mehr zurück.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Nun müsst ihr euch in eine Reihe stellen und die Hände auf die Schultern der Person vor euch legen. Durch eine Tür geht es dann in die London Tombs, ein verlassener Friedhof in der Londoner Unterwelt… Überlebt ihr den Rundgang und schafft ihr es lebend wieder heraus? Dieser Teil der Attraktion ist der gruselige Teil und ihr werdet hier das ein oder andere mal erschreckt… Was euch dort aber genau erwartet, müsst ihr selbst herausfinden 😉

Souvenir Shop, Chill-Out-Bereich & Toiletten

Sollte ihr lebend wieder herauskommen, erwartet euch natürlich am Ende des Rundgangs noch ein Souvenir-Shop, in dem ihr alle möglichen gruseligen Gegenstände kaufen könnt. Man kann sich hier ein echtes „Ouija“-Brett holen (um die Geister zu beschwören) oder aber einfach nur Tassen im Horror-Look oder T-Shirts mit Totenköpfen kaufen. Es sind ein paar nette, ungewöhnliche Gegenstände dabei.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Nach dem Souvenir-Shop kommt dann noch ein kleinen Chill-Out-Bereich, wo man sich kurz hinsetzen und den nächsten Programmpunkt der London-Reise besprechen kann. Wer im noch im Zombie-Modus ist, kann ein Arcade-Game zocken, bei dem sich natürlich auch alles um die lebenden Toten dreht.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Man kann diesen Souvenir-Shop und den Chill-Out-Bereich auch besuchen, wenn man die Attraktion nicht macht (er befindet sich am Ausgang). Gibt es einige Personen eurer Gruppe, die den Rundgang nicht machen möchten, können sie hier auf euch warten. Es befinden sich hier auch die Toiletten, im sehr netten Graveyard-Look.

Fazit

Super! Die Attraktion The London Experience & Tombs hat mich zu 100% überzeugt und ich kann euch nur empfehlen, das Ganze mal mitzumachen. Der Mix aus zwei unterschiedlichen Attraktionen ist sehr gelungen.

Im ersten Teil werden dem Besucher historische Infos auf unterhaltsame Art und Weise und mit vielen Anekdoten nähergebracht. Die Attraktion hat erstaunlicherweise sogar einige pädagogische Awards gewonnen und bietet also auch einen kulturellen Mehrwert – wobei das vermittelte Wissen natürlich etwas begrenzt ist. Trotzdem: Kids werden in diesem ersten Bereich sicherlich mehr lernen als in einem Museum, wo sie „mühsam“ die Informationen von einer Tafel ablesen müssen.

Die London Tombs, der zweite, gruselige Teil der Attraktion, ist ebenfalls sehr gelungen und macht (zumindest, wenn man solche „Haunted Houses“ nicht kennt) sicherlich auch ein wenig Angst.

Ich muss zugeben, dass ich ein Fan solcher alternativen Attraktionen bin und auch schon mehrere „Haunted Houses“ gemacht habe. Trotz meiner „Erfahrung“ wurde ich nicht enttäuscht. Die Kulisse, die Schauspieler, das Setting, die Accessoires und die Beleuchtung wirken authentisch und können überzeugen: Man fühlt sich hier wie einem (guten) Horrorfilm. So eine Attraktion eignet sich natürlich auch bestens für eine Stadt wie London, die mit Jack the Ripper, Sweeney Todd oder der London Bridge eine recht düstere Vergangeheit hat.

Also, falls ihr Fans von alternativen Attraktionen seid, auf schräge Witze, schwarzen Humor steht und euch auch gelegentlich auch mal richtig gerne gruseln lässt, dann seid ihr bei der London Bridge Experience & Tombs definitiv am richtigen Ort. Übrigens, falls ihr Horrorfilme mögt, könnt ihr euch gerne mal meine Filmseite Found-Footage.de anschauen, in der sich alles um Found-Footage-Filme dreht.

Ist die Attraktion für Kinder geeignet?

Es gibt kein Mindestalter, um an der Attraktion teilzunehmen. Kinder und Jugendliche unter 16 müssen jedoch von einem volljährigen Erwachsenen begleitet sein. Ab 16 kann man die Tour alleine machen.

Eltern müssen selbst entscheiden, ob der Spaß für ihre Kinder geeignet ist. Jüngeren Kindern würde ich eher den London Dungeon empfehlen, der nicht so gruselig ist. Für Jugendliche ab 11-12 sollte die London Bridge Experience & Tombs allerdings kein Problem sein.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Es besteht außerdem die Möglichkeit, an einer „Guardian Angel“-Tour teilzunehmen (für Kinder bis einschließlich 10). Dabei durchläuft man den Rundgang, ohne von den Zombies erschreckt zu werden, da man einen „Schutzengel“ dabeihat. Ihr müsst am Eingang einfach nur Bescheid geben, wenn ihr so eine Tour wollt.

Fotos im Gruselkabinett verboten

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

So schade es auch ist: Man darf im Gruselkabinett leider keine Fotos machen. Das ist aber auch verständlich, denn die Attraktion funktioniert natürlich nur, wenn ein Überraschungseffekt vorhanden ist. Ganz abgesehen davon, dass es in den Gängen und Räumen sehr dunkel ist und die Bilder bei der schlechten Beleuchtung eh nicht gelingen würden. Es besteht außerdem die Gefahr, dass man sein Handy verliert, da man von den blutrünstigen Zombies ganz schön gejagt wird. Also: Handy aus und in die Tasche damit. „Genießt“ das Ganze – Selfies könnt ihr später machen.

Sprache und Audioguides

Der Rundgang ist auch auf Deutsch und in anderen Sprachen verfügbar. Die Schauspieler sprechen dann zwar weiterhin Englisch, doch über einen Audioguide kann man sich dann die deutsche Übersetzung anhören. Für den zweiten Teil der Tour (die London Tombs) braucht ihr kein Audioguide, da Schreie in allen Sprachen verständlich sind.

Den Audioguide bekommt ihr am Eingang der Attraktion. Mir wurde (trotz meines deutschen Akzents) jedoch kein Audioguide angeboten, man muss also explizit danach fragen. Der Audioguide ist im Preis mit inbegriffen und kostet nicht zusätzlich.

Das Englisch ist nicht so schwer zu verstehen. Es wird immer deutlich gesprochen, wobei es manchmal ein wenig schneller geht. Ich spreche verhandlungssicheres bzw. fließendes Englisch. Ich habe 90-95% verstanden, auch die Witze. Im Zweifelsfall könnt ihr natürlich auch einen Audioguide nehmen und ihn nicht benutzen.

Achtung: Zwei Eingänge!

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Falls ihr an der U-Bahn-Station London Bridge aussteigt, werdet ihr sofort den Ticketschalters des Gruselkabinetts bemerken, der wirklich nicht zu übersehen ist. An diesem Schalter müsst ihr euren Voucher gegen ein Ticket eintauschen.

Horrorattraktion Gruselkabinett London Bridge Experience and Tombs

Danach müsst ihr dann noch zum tatsächlichen Eingang der Attraktion gehen, der sich etwa 300 Meter weiter befindet. Wenn ihr vor den Kassen steht, müsst ihr nach rechts gehen, und direkt hinter der Brücke links abbiegen. Die Mitarbeiter am und vor dem Ticketschalter werden euch das aber auch noch einmal erklären.

Tickets & Preise

Kauft ihr eure Tickets am Schalter, liegt der Preis für ein Erwachsenen-Ticket bei £27,95. Kinder (bis einschließlich 15) zahlen £22,50 und Studenten £25,95.

Kauft ihr eure Tickets online, ist es deutlich günstiger! Man bekommt online Tickets bereits ab 17-18 €, je nach Jahreszeit und Besichtigungstag. Es lohnt sich also, die Tickets im Voraus zu kaufen.

Zum Ticketanbieter

Öffnungszeiten

  • Die London Bridge Experience & Tombs ist montags bis freitags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Rundgänge beginnen ab 10:30 Uhr.
  • Am Samstag und Sonntag sind die Öffnungszeiten ein bisschen großzügiger: 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr. Start der Rundgänge um 10 Uhr.
  • Während der Schulferien und an Feiertagen ist die Attraktion von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Schließung nur am 25. Dezember.

Anfahrt: Wie komme ich zur London Bridge Experience & Tombs?

Die London Bridge Experience liegt südlich der Themse unter der London Bridge, an folgender Adresse: 2-4 Tooley Street, London Bridge, London SE1 2SY.

Der Ticketschalter liegt direkt vor dem „Tooley Street“-Ausgang der U-Bahn-Station „London Bridge“. Folgt einfach den Schildern „Tooley Street Exit“.

Die Bushaltestelle „London Bridge Borough High Street“ liegt nur ein paar Meter weiter und wird von diversen Buslinien angefahren.

Öffentliche Verkehrsmittel Linien
U-Bahn London Tube IconU-Bahn Station „London Bridge“ (Northern und Jubilee Line)
London Bus IconBus Haltestelle „London Bridge Borough High Street“, Linien 17, 21, 35, 40, 47, 48, 133, N21, N133, N199
River Bus Thames Clippers IconThames Clippers Haltestelle „London Bridge City Pier“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here