Speedboot fahren in London: „Adrenalin Pur“-Abenteuer!

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot fahren in London – viel cooler geht es nicht! Wer nicht auf klassische Bootsfahrten steht und sich ein ganz besonderes – adrenalingeladenes – Erlebnis gönnen möchte, der kann mit knapp 60 km/h über die Themse düsen. In London werden nämlich sogenannte Speedbootfahrten angeboten, bei denen man in Schlauchbooten mit Hochgeschwindigkeit durch London jagt. Da kann selbst James Bond nicht mithalten!

Ich habe die Schnellboot-Fahrten durch London getestet und liefere euch hier meinen Erfahrungsbericht, mit vielen praktischen Tipps, wie zum Beispiel: Wird man dabei nass? Kann man teure Kameras mitnehmen? Wie sieht es mit dem Rucksack aus? Sollten noch irgendwelche Fragen offen sein: Ganz unten könnt ihr mir einen Kommentar hinterlassen!

Speedboot fahren in London: Erfahrungsbericht

Es gibt verschiedene Anbieter von Speedbootfahrten durch London. Ich habe mich für die roten Boote der Thames Rockets entschieden – der größte und älteste Anbieter (Gründung 2006). Die Thames Rockets bieten zwei Fahrten an:

Hier berichte ich über die Fahrt The Ultimate London Experience, die auch Sightseeing beinhaltet. Bei Break the Barrier fahrt ihr nur Hochgeschwindigkeit.

Treffpunkt / Ablauf der Fahrt

Treffpunkt für mein Fahrt war ein Steg, der sich direkt neben dem großen Riesenrad London Eye befindet.

Speedboot London Schnellboot Themse

Der Weg zu den Booten ist geschildert – wenn auch nicht ganz optimal. Geht dem Steg einfach herunter, unten kümmert sich dann eine junge Dame um den „Check-in“ und scannt euer Online-Ticket.

Seid etwa 15-20 Minuten vor Beginn der Fahrt am Treffpunkt, damit alles entspannt und problemlos abläuft. Sobald der „Check-in“ der bereits eingetroffenen Fahrgäste erfolgt ist, wird euch der Empfangsmitarbeiter eine Schutzjacke anbieten.

Speedboot London Schnellboot Themse

Mein Tipp: Auch wenn es warm ist und nicht regnet – nehmt die Jacke! Der Fahrtwind ist nicht zu unterschätzen und wenn ihr Pech habt, kriegt ihr ein klein wenig Wasser ab. Das ist im Winter oder Frühling bei frischen Temperaturen nicht unbedingt sehr angenehm.

Die Schwimmweste ist Pflicht und muss von allen Teilnehmern getragen werden.

Sind alle Passagiere sowie das Boot angekommen, beginnt das Boarding auf die 12 Meter langen und 630 PS starken Schlauchboote. Hier wird nach dem „First Come, First Served“-Prinzip gearbeitet. Wer als erster beim Boarding vor Ort war, darf auch als erster auf das Boot und sich einen Sitzplatz aussuchen. Insgesamt gibt es 12 Plätze.

Speedboot London Schnellboot Themse

Was sind die besten Plätze? Ehrlich gesagt gibt es keine „besten Plätze“ – die Fahrt macht auf jedem Platz gleich viel Spaß. Aber: Vielleicht wollt ihr ja einen „Fensterplatz“, um mit eurer GoPro coole Fotos zu machen? Euch ist etwas mulmig? Dann bevorzugt einen „Gangplatz“ in der Mitte des Bootes. Vorne oder hinter sitzen ist egal.

Die Hochgeschwindigkeitsfahrt

Das Boot legt nun ab. Nach einer kurzen Begrüßung von einem Live-Guide (der mit am Bord ist) fährt man erst einmal 10 bis 15 Minuten aus London raus, da man innerhalb der Stadt nicht mit hoher Geschwindigkeit fahren darf.

Speedboot London Schnellboot Themse

Im entspannten Tempo geht es also erst einmal vorbei an The Shard bis zur Tower Bridge, bevor es noch einmal ein paar Sicherheitshinweise gibt. Hier erfahrt ihr, wie die Schwimmestern funktionieren und es wird noch einmal darauf hingewiesen, während der Fahrt nicht aufzustehen.

Dann geht es auch schon los! Der Fahrer dreht die Lautstärke des Radios hoch und bei den ersten Klängen von Titelsong von „Mission Impossible“ drückt er den Motorhebel nach vorne. Nach ein paar Sekunden seid ihr auch schon bei 34 Knoten (ca. 60 km/h) und brettert über die Wellen der Themse. Ein richtig tolles Gefühl!

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot London Schnellboot Themse

Das Boot schlägt auf den Wellen auf und der Fahrer fährt teils große, teils langgezogene Kurven, bei denen das Boot in eine ordentliche Schräglage gerät. Sehr cool fand ich, dass das Boot keine „sauberen“ Kurven fährt, sondern bei einem Richtungswechsel ordentlich „driftet“ (das Heck bricht ein wenig aus) – das macht richtig Spaß!

Und wenn dann noch die ersten Klänge der James Bond-Titelmusik aus dem Lautsprecher kommen, mutiert das Ganze zu einem echten Gänsehaut-Erlebnis.

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot London Schnellboot Themse

Die Hochgeschwindigkeitsfahrt dauert ganze 15 Minuten, bei denen ihr immer wieder die Themse in der Nähe von Canary Wharf rauf und runter fahrt, mal mit engen, mal mit langgezogenen Kurven. Die Zeit vergeht wie im Flug, es macht richtig Spaß und man bekommt ordentlich was für sein Geld. Ich hatte nie das Gefühl, dass irgendwo (Benzintechnisch oder zeitlich) gespart wurde. Super, so muss es sein!

Der historische Teil

Nachdem dem Vollgaserlebnis geht es im entspannten Tempo wieder von der Tower Bridge zurück zum Anlegesteg. Nun kommt auch der Live-Guide zum Einsatz!

Auch wenn ich diesen Teil als „historisch“ bezeichnet, ist das vermittelte Wissen nicht wirklich tiefgründig – vielmehr bekommt man hier lustige und skurrile Storys zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten erzählt.

Speedboot London Schnellboot Themse

Ich fand den lustigen Vortrag von unserem Guide Roy sehr gut. Die kleinen Storys und Anekdoten wurden mit viel britischen Humor erzählt und es war echt lustig! Roy ist nicht zu sehr ins Detail gegangen, was aber auch ok war, denn nach dem Hochgeschwindigkeits-Erlebnis hat man nicht so wirklich Lust auf einen Geschichtsunterricht!

Man sieht bei der Rückfahrt viele der zahlreichen Sehenswürdigkeiten von London, wie zum Beispiel die Tower Bridge, das Kriegsschiff HMS Belfast, den Big Ben, das London Eye, oder das Tate-Museum. Zu diesem Gebäude erfährt man zum Beispiel, dass es als einziges Gebäude in England zwei Mal von der Queen eröffnet wurde: Erst als Kraftwerk und dann noch einmal Jahrzehnte später als Museum!

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot London Schnellboot ThemseDas Monument to the Great Fire of London ist auch zu sehen: Laut unserem Guide Roy ist es die älteste Sehenswürdigkeit der Stadt… nach der Queen!

30 Minuten lang wird man hier bespaßt und kann sich die interessanten Fakten und Storys des Guides anhören.

Mehr verrate ich euch hier aber nicht! Ihr werdet aber noch interessante Infos über die London Bridge und die mit Vögeln verzierte Blackfriars Bridge erfahren: Was hat es mit den komischen Vögeln auf sich? Und wo kann man gleichzeitig auf drei verschiedenen Ebenen die Themse überqueren? Und warum ist diese eine U-Bahn-Station an der Themse so besonders?

Ich fand es super, dass einem hier nicht nur die Hochgeschwindigkeitsfahrt geboten wird, und dass man nach der Fahrt noch eine unterhaltsame Stadtführung bekommt. Das rundet das Erlebnis perfekt ab – zumal Roy auch auf alle Gäste eingegangen ist und mit den Kids an Bord ein bisschen Spaß gemacht hat.

Einziges kleines „Manko“: Der Guide spricht nur Englisch. Dabei sei gesagt, dass es sich um einfaches Schulenglisch handelt, die Storys nicht kompliziert sind und man nicht das Oxford-Lexikon mitbringen muss, um alles zu verstehen. Die Betreiber sind sich bewusst, dass viel internationale Gäste an Bord sind und nicht alle so gut Englisch sprechen.

Speedboot London Schnellboot Themse

Speedboot London Schnellboot Themse

Vorbei an der Millenium Bridge, dem Shakespeare Globe Theatre und der Saint Paul’s Cathedral, fährt man noch kurz zum Big Ben und dem Houses of Parliament, bevor die Fahrt dann wieder am London Eye endet.

Fazit

Speedboot London Schnellboot Themse

Ein Hammer-Erlebnis! Ich bin schon einmal in Paris Schnellboot gefahren, aber in London war es definitiv besser: Die Fahrt hat länger gedauert, war gefühlt etwas „extremer“ (mehr schnelle Kurven) und die James Bond-Musik als Begleitung – mitten in London und auf der Themse – das ist einfach unschlagbar!

Auch wenn die Fahrt mit ca. 50 Pfund recht teuer ist: Man steigt absolut zufrieden wieder aus den Booten aus. Die Mischung macht’s: Erst geht gibt’s ein spannendes Boarding mit Wasserschutzweste und Schwimmweste, dann geht’s mit den nervösen kleinen Booten, auf denen man jede kleine Welle spürt, zur Tower Bridge. Im Hochgeschwindigkeitsbereich fährt man brettert man dann mit 60 Sachen über die Themse brettert und zu guter Letzt gibt es dann auch noch ein „Sightseeing“-Teil, bei dem euch der Guide so einiges über London und die Themse verrät!

Dass ein Live-Guide (anstelle eines Audiokommentars) mit an Bord ist, fand ich auch sehr schön: Der Guide war bei uns sehr lustig und hat sich viel Mühe gegeben, die Fahrt für alle zu einem tollen Erlebnis zu machen. Thumbs up!

Ein paar praktische Tipps, um nicht nass zu werden

Ich habe mir vor der Fahrt ein paar praktische Fragen gestellt, die ich euch hier nun beantworten kann:

Ist die Fahrt für Kinder geeignet?

Wohin mit dem Rucksack? Rucksäcke können problemlos mit auf die Boote genommen werden. Backpackerrucksäcke und Rollkoffer sind natürlich verboten, doch den normalen „Daypack“, den man tagsüber mit dabei hat, kann man problemlos zwischen seinen Beinen verstauen. Hier noch ein kleiner Hinweis: der Boden vom Boot ist ein wenig feucht – passt mit dem Rucksack also ein bisschen auf.

Ja – auf jeden Fall! Allerdings sollten die Kinder nicht zu klein sein (5-6 ist ok). Bei uns war auf dem Boot ein kleiner Junge mit dabei (etwa 6 Jahre), der am Anfang viel gesprochen hat, dann aber ab der Hochgeschwindigkeitsfahrt muksmäuschen Stil geworden ist… Er war sichtlich etwas verängstigt. Es gibt zwar keine Altersbegrenzung für The Ultimate London Adventure, aber die Thames Rockets empfehlen ein Mindestalter von 6 Jahren.

Achtung: Die Fahrt Break the Barrier ist nur für Kids ab 10 Jahren erlaubt (da es laut ist und man lange mit Hochgeschwindigkeit fährt).

Wird man nass?

Nein, normalerweise nicht! Im Normalfall landen ein paar Tropfen im Boot, aber es handelt sich da wirklich nur um ein paar Tropfen. Ist es allerdings windig, kann es sein, dass die Gischt vom Wind auf das Boot geweht wird und man ein klein bisschen nasser wird.

Bei mir war ein wenig Wind, aber ich bin überhaupt nicht nass geworden. Die Passagiere, die in Fahrtrichtung LINKS auf dem Boot saßen, sind allerdings ein wenig nass geworden – aber das hängt sicherlich von der Windrichtung ab. So oder so empfehle ich euch, die vom Team angebotenen Jacken zu nehmen (auch wenn es nicht klar ist), da diese euch gegen mögliche Spritzer schützen – und auch gegen den Fahrtwind, der auch bei warmen Wetter überraschend frisch ist.

Wohin mit dem Rucksack?

Speedboot London Schnellboot Themse

Rucksäcke können problemlos mit auf die Boote genommen werden. Backpackerrucksäcke und Rollkoffer sind natürlich verboten, doch den normalen „Daypack“, den man tagsüber mit dabei hat, kann man problemlos zwischen seinen Beinen verstauen. Hier noch ein kleiner Hinweis: der Boden vom Boot ist ein wenig feucht – passt mit dem Rucksack also ein bisschen auf.

Kann man Fotos machen? Kann ich meine teure Kamera mitbringen?

Ja, man kann und darf Fotos und Videos machen. GoPro, Selfie-Sticks und Co. sind erlaubt und ich habe meine Action-Cam hier wirklich voll ausgenutzt, zum Beispiel indem ich sie knapp über das Wasser gehalten habe – so bekommt man tolle Bilder hin. Man sollte Kamera und Selfie-Sticks allerdings gut festhalten, denn man wird bei der Hochgeschwindigkeitsfahrt ordentlich hin und her geschüttelt. Nicht, dass die Cam in der Themse landet! Teure Fotoapparate sind auch kein Problem, meine DSLR-Spiegelreflexkamera war auch mit dabei und ist auch heute noch in meinem Besitz.

Diese sollte man während der Hochgeschwindigkeitsfahrt sicher um den Hals tragen oder im Rucksack verstauen. Ich habe sie währender der Fahrt mit hoher Geschwindigkeit nur kurz ausgepackt und verwendet. Während der „ruhigen“ Fahrtabschnitte (Anfang und Ende) ist die Nutzung bedenkenlos und überhaupt kein Problem.

Können Rollstuhlfahrer teilnehmen?

Ja, Rollstuhlfahrer können mit aufs Boot, das ist super.

Preise für die Schnellbootfahrt durch London

Die Preise für die Speedbootfahrt durch London liegen immer in etwa um 45-50 Pfund, je nach Angebot. Kinder zahlen um die 35 Pfund.

Die Thames Rockets bieten zwei unterschiedliche Fahrten an:

  • The Ultimate London Adventure: Die Fahrt an der ich teilgenommen habe und die hier beschrieben ist, eine schöne Mischung aus Sightseeing und Hochgeschwindigkeitsfahrt.
  • Break the Barrier: Kein Sightseeing, dafür mehr Hochgeschwindigkeit. Die Fahrt beginnt an der London Bridge und geht bis nach Greenwich. Break the Barrier ist etwas teurer.

Fahrzeiten

In der Regel fahren die Thames-Rockets-Boote jeden Tag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr, zu festgelegten Uhrzeiten. Die verfügbaren Zeitslots seht ihr bei der Buchung (Break the Barrier / Ultimate London Experience). Keine Fahrten am 25. Und 26. Dezember.

Achtung: In der „low season“ (Nebensaison) fahren die Boote oftmals nur am Wochenende.

Anfahrt: Wie komme ich zum Treffpunkt?

Die hier beschrieben Fahrt The Ultimate London Experience neben dem London Eye, am Boarding Gate 1, Waterloo Millennium London Eye Pier. Anfahrt über die U-Bahn-Stationen Waterloo (Bakerloo, Jubilee und Northern Line) oder Westminster (Circle und District Line sowie Jubilee Line).

Falls ihr euch für die Fahrt Break the Barrier entscheidet, geht es los am London Bridge Pier, folgende Adresse: London Bridge City Pier, SE1 2QP. Hier ist die nächste U-Bahn-Station London Bridge (Jubilee und Northern Line).

Gibt es noch andere Anbieter?

Ja! Es gibt noch zwei weitere Anbieter: Das sind Thames RIB (gelbe Boote) und Thames Jet (blaue Boote). Diese habe ich allerdings nicht getestet und kann dazu leider nichts sagen. Die Bewertungen sind jedenfalls auch sehr gut. Achtung: Die Abfahrtsorte sind je nach Anbieter unterschiedlich.

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